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Informationen des Deutschen Instituts zur Coronavirus-Situation (Covid-19/2019 nCoV) in Taiwan (Stand 25.06.2020)

Stopp Coronavirus

Stopp Coronavirus, © Colourbox

04.02.2020 - Artikel

Seit Dezember 2019 ist ausgehend von der Stadt Wuhan in China eine Infektion mit einem neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) aufgetreten. Das Virus kann die  Krankheit COVID-19 auslösen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 11.03 eine globale Pandemie konstatiert.

Im Zusammenhang mit der weltweiten Pandemie hat Taiwan bereits frühzeitig Einreisebeschränkungen verfügt.

Seit dem 29.06.2020 dürfen (wieder) einreisen:

  1. Geschäftsreisende bis maximal 3 Monate mit Visum einer Taipeh-Vertretung (offizielle taiwanische Vertretung in Ländern ohne diplomatische Beziehungen)
  2. Besucher zu anderen Zwecken als Tourismus und Privatbesuche bis maximal 3 Monate mit Visum einer Taipeh-Vertretung
  3. Inhaber einer taiwanischen Daueraufenthaltsgenehmigung (ARC/APRC, Blaue Karte MoFA, seit 19.03.2020)
  4. Inhaber eines „Business Visums“ oder „COVID19“ Visums einer Taipeh-Vertretung (seit 19.03.2020)
  5. Studierende zur Aufnahme/Fortsetzung ihres Studiums und Sprachstudenten unter besonderen Bestimmungen, die in Kürze veröffentlich werden, mit Visum einer Taipeh-Vertretung

Seit dem 25.06.2020 ist TRANSIT durch einen taiwanischen Flughafen wieder möglich. Der Transitaufenthalt ist auf maximal 8 Stunden begrenzt, die Fluggesellschaft darf nicht gewechselt werden. Transit aus China kommend ist nicht erlaubt. Ein Transit ist derzeit ausschließlich mit China Airlines, EVA Air und Cathay Pacific möglich.

ALLE Einreisenden, ungeachtet der Nationalität, Ausgangspunkt des Fluges und Travel History, müssen eine 14tägige Hausquarantäne einhalten. Alle Ausländer, die NICHT im Besitz einer ARC/APRC sind, müssen vor Abflug einen negativen COVID19 RT-PCR Test in englischer Sprache vorlegen, der nicht älter als 3 Arbeitstage sein darf.


Hausquarantäne kann in einem privaten Haushalt (auch AirbNB) erfolgen, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Unterbringung in einem separaten Zimmer mit eigenem Bad, keine Kinder unter 6 oder Senioren über 65 oder Angehörige von Risikogruppen im Haushalt. Die Quarantäne kann auch in einem Hotel erfolgen. Nicht alle Hotels akzeptieren Gäste für die Haus-Quarantäne. Sollten Reisende Probleme bei der Hotelfindung haben, vermitteln die lokalen Gesundheitsbehörden ein Vertragshotel (in Taipei-Stadt derzeit vier). Die Hotelkosten müssen in jedem Fall selbst gezahlt werden (ca. 5000NTD/Nacht).

Bei der Einreise am Flughafen gibt es alle notwendigen Anweisungen, die penibel zu befolgen sind („Health Declaration Card and Home Quarantine Notification“). Es wird empfohlen, vor der Einreise die Formalitäten zur Gesundheitsüberwachung online vorzubereiten (https://hdhq.mohw.gov.tw).
Zu den Maßnahmen gehören Transport in speziell dafür vorgesehenen Taxen, Überwachung der Bewegung per Handy (Funkzellenabfrage), Überwachung durch die Gesundheitsbehörden bzw. Nachbarschaftskomitees mit Hausbesuchen, Überwachung der eigenen Gesundheit mit Fiebermessen. Bei Symptomen unverzüglich die Hotline der Epidemieprävention 1922 anrufen und sich nach deren Anweisungen in medizinische Behandlung begeben. Man darf die Unterbringung NICHT verlassen. Nichtbeachtung der oben genannten Quarantänevorschriften wird mit empfindlichen Geldstrafen geahndet und kann mit Unterbringung in einer Isolier-Einrichtung enden.

Personen, die nach Einreise Hausquarantäne einhalten müssen, ist es verboten, auf die vorgelagerten Inseln (Pescadoren, Matsu, Kinmen u.a.) weiterzureisen bzw. diese während der Hausquarantäne-Periode zu besuchen.

Ausländer, die vor dem 21.03. visafrei nach Taiwan eingereist sind (90-Tage-Visa-Waiver) dürfen ausnahmsweise maximal 30 Tage länger im Land bleiben, um ihre Ausreise angesichts komplizierter werdender Flugverbindungen und Einreisebeschränkungen zu organisieren. Diese Verlängerung geschieht automatisch, ohne Antragstellung. Diese Regelung wurde inzwischen monatlich verlängert. Der maximale Aufenthalt ist auf 180 Tage beschränkt. In Einzelfällen ist es Personen gelungen, ihren Aufenthaltsstatus in einen Daueraufenthalt umzuwandeln.


Ausländern, deren Visum ausgelaufen ist und die sich daher illegal im Lande befinden, wurde eine Frist bis zum 30.06.2020 eingeräumt, um sich freiwillig bei den Behörden zu melden. Im Gegenzug verzichten die Behörden auf Einweisung in Abschiebehaft und langfristige Einreisesperren. Die Strafe wird auf 2000 NTD verringert. Die Ausreise mit dem nächsten verfügbaren Flugzeug ist dennoch schnellstmöglich anzutreten.

Ausländer, die sich nach Ablaufen ihres Visums nicht freiwillig bei den Behörden melden oder nach Einräumung der Kulanzzeit dennoch nicht das Land verlassen, werden in Abschiebehaft genommen. Sie erhalten außerdem eine Strafe i.H.v. 10.000NTD und eine achtjährige Einreisesperre nach Taiwan!


Besonders strenge Regelungen gelten für chinesische Staatsbürger, denen die  Einreise unabhängig von Reisehistorie bereits seit 25.01.2020 untersagt ist. Dies gilt auch für chinesische Ehepartner von in Taiwan ansässigen Ausländern(!) sowie für chinesische Firmenmitarbeiter. (Ausnahme: chinesische Ehepartner von Taiwanern mit Aufenthaltserlaubnis). Bürger Hongkongs und Macaus dürfen nur mit bestimmten Visa (v.a. Erwerbstätigkeit, Ehepartner) einreisen. Die Kategorien werden ab 29.06. ausgeweitet.

Die Flugverbindungen aus und nach China sind derzeit auf rund 20% reduziert und beschränkt auf die folgenden Städte: Hongkong, Macau sowie fünf Flughäfen in der VR China (Beijing Capital International Airport, Shanghai Pudong, Shanghai Hongqiao, Xiamen Gaoqi und Chengdu Shuangliu). Die Fährverbindungen von China nach Kinmen, Matsu und Penghu wurden eingestellt.

Internationale Fluggesellschaften haben den Flugbetrieb drastisch reduziert bzw. eingestellt.
Der Flugverkehr in der gesamten Region ist von den Reiseeinschränkungen stark getroffen, bitte verfolgen Sie die aktuelle Entwicklung und Verfügbarkeit Ihrer Flüge im Internet. Aktuelle Hinweise finden Sie auf der Seite der IATA.

Aktuell fliegt China Airlines wöchentlich nach Frankfurt und Amsterdam, EVA Air nach Paris. Flüge können sich kurzfristig ändern: https://news.china-airlines.com/emer_area/info_en.aspx  

Der zwischenzeitlich ausgesetzte Postverkehr zwischen Deutschland und Taiwan wurde wieder aufgenommen. Es wird jedoch von erheblichen Verzögerungen bei der Zustellung berichtet, insbesondere bei von Deutschland abgehender Post.


ACHTUNG: Achten Sie auf die ausreichende Gültigkeit Ihrer Auslandsreisekrankenversicherung! Erkundigen Sie sich gegebenenfalls, ob eine Verlängerung des Aufenthalts oder die weltweise Reisewarnung für touristische Reisen Auswirkung auf die Gültigkeit Ihrer Versicherung haben.

Die taiwanischen Behörden sind auf die Krise sehr gut vorbereitet. Das Gesundheitswesen ist sehr belastbar. Es stehen bis zu 1.800 Quarantänestationen und eine ausreichende Zahl von Tests bereit. Bei Symptomen (Husten, Atemnot, Fieber, Gliederschmerzen, aber auch Verlust von Riech- oder Geschmackssinn) sollen sich umgehend einem Arzt vorstellen. Das Center for Disease Control (CDC) hat mittlerweile 167 über das ganze Land verteilte Krankenhäuser als COVID-19-Teststationen ausgewiesen. Getestet wird nach wie vor nur bei COVID-19-typischen Symptomen oder begründetem Ansteckungsverdacht. Die Liste der Krankenhäuser finden Sie hier.
Sollten Sie für internationale Reisen einen negativen COVID-19-Testnachweis benötigen, ist dies inzwischen in einigen Krankenhäusern möglich.

Sofern ein Verdacht besteht, dass sich möglicherweise infizierte Personen an einem bestimmten Ort aufgehalten haben, werden Mitteilungen an Handys versendet, die dort ebenfalls eingeloggt waren. Die betroffenen Personen werden dann aufgefordert, 14 Tage lang ihren Gesundheitszustand zu beobachten (keine Quarantäne).

Die Verwendung von handelsüblichen Masken für Mund-Nasen-Schutz (surgical masks) wurde vom CDC  für verschiedene Berufsgruppen  angeordnet.

Inzwischen ist Mundschutz erforderlich für: Fahrten mit der HSR, TRA, Fernbussen Fahrten mit der MRT in Taipei und New Taipei City (städtische Anordnung) – ansonsten drohen Strafen und Beförderungsausschluss.

Mundschutz wird dringend empfohlen, wenn Abstand von mindestens 1 m draußen und mindestens 1,50 m in Innenräumen nicht gewährleistet ist.

Ohne Mundschutz wird der Zugang zu Ämtern und Behörden verwehrt.

Die Versorgung mit Mund-Nasen-Schutz ist ausreichend, inzwischen wieder im freien Verkauf erhältlich. Seit Juni ist auch die Ausfuhr von Mundschutz wieder erlaubt, ebenso kommerzielle Exporte. Seit dem 12.03. sind mit der NHI-Karte online Bestellungen für Atemmasken möglich. Mit Hilfe einer App kann Verfügbarkeit in den Ausgabestellen eingesehen werden. Einzelne Ausgabestellen akzeptieren die ARC/APRC oder den Pass von Personen ohne NHI-Karte. Alternativ sind Stoffmasken in den Drogerien erhältlich oder höherwertige Masken z.B. im Carrefour oder ähnlichen Läden zu finden.

Wie bei Influenza und anderen Atemwegserkrankungen schützen gute Händehygiene, Husten- und Nies-Etikette sowie Abstand zu Erkrankten (etwa 1 bis 2 Meter) vor einer Übertragung. Viele öffentliche Gebäude haben eigene Hygienemaßnahmen veranlasst. Nutzen Sie möglichst die vielerorts zur Verfügung gestellten Spender mit Handdesinfektionsmitteln.

Lassen Sie sich gegen Influenza impfen. Influenza ruft ähnliche Symptome wie Covid-19/2019 nCoV hervor. Unabhängig vom persönlichen Schutzeffekt trägt die Impfung auch zur Vermeidung unnötiger Verdachtsfälle und Belastung der Gesundheitseinrichtungen bei.

Die Schulen sind hinsichtlich Hygienemaßnahmen und Klassen-Suspendierung oder Schulschließungen bei Corona-Fällen instruiert worden. Bitte halten Sie Ihre Kinder an, die Vorsorgemaßnahmen der Schulen einzuhalten.

Das Goethe-Institut, das Deutsche Wirtschaftsbüro wie auch das Deutsche Institut arbeiten weiterhin uneingeschränkt. Auch an der Deutschen Schule (Deutsche Sektion der Taipei European School) findet praktisch uneingeschränkter Unterricht statt, lediglich Großveranstaltungen, Klassenfahrten, Feiern o.ä. sind abgesagt.

Das Center for Disease Control sieht weiterhin keine Veranlassung für eine Empfehlung, öffentliche Veranstaltungen generell abzusagen, empfiehlt aber  strikte Vorsorgemaßnahmen für Veranstaltungen draußen mit >500 Teilnehmern und in Innenräumen mit >100 Teilnehmern. Tatsächlich sind die meisten Messen und Großveranstaltungen, Konferenzen, Konzerte o.ä. im Sommer 2020 abgesagt.

Empfehlungen:


Wir empfehlen, dass Sie sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes (sogenannte Elefand-Liste) eintragen: Link: Deutschenliste



Corona-Virus Infoseite des Auswärtigen Amtes

Merkblatt des Auswärtigen Amtes zur Coronavirus-Epidemie

Haftungsausschluss: Alle Angaben beruhen auf Erkenntnissen zum Zeitpunkt der Textabfassung. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit, insbesondere wegen zwischenzeitlich eingetretener Neuerungen, sowie eine Haftung für eventuell eintretende Schäden kann nicht übernommen werden. Für Ihre Gesundheit bleiben Sie selbst verantwortlich.

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